Ein funktionierender Prototyp ist erst der Anfang. Der Moment, in dem ein Kunde entscheidet, sein Gerät in Serie zu produzieren — das ist der Moment, in dem ein Projekt zum Produkt wird. Dieser Übergang ist nicht trivial und erfordert eine andere Denkweise als die Prototypenphase: Konsistenz, Wiederholbarkeit und Prozesskontrolle werden genauso wichtig wie die technische Korrektheit eines einzelnen Geräts.
Wir fertigen Kleinserien von 50 bis 500 Stück und mittlere Serien von 500 bis 5000 Stück. Diese Zahlen sind nicht absolut — sie hängen von der Projektkomplexität ab. Eine einfache Platine mit wenigen Bauteilen kann in größeren Serien gefertigt werden; eine hochkomplexe mehrlagige Platine mit dichtem BGA-Layout und anspruchsvoller PTH-Montage hat ihre natürlichen Grenzen, die durch Zykluszeit und den erforderlichen Aufmerksamkeitsgrad pro Einheit bedingt sind. Jedes Projekt wird individuell bewertet und wir geben eine realistische Kapazitätsschätzung für die gegebene Komplexität.
Serienvorbereitung
Jede Serie beginnt mit einer Vorbereitung, die wichtiger ist als sie erscheint. Wir überprüfen, ob alle Bauteile in den richtigen Mengen und mit korrekter Dokumentation angekommen sind. BOM-Verifikation und physische Bauteilinspektion eliminieren das Risiko falscher Teile, die erst in fertigen Geräten entdeckt werden würden. Pick&Place-Programme, Reflow-Profile und Testprotokolle aus der Prototypenphase werden für die Serie überprüft und bestätigt — denn was bei fünf Prototypen funktioniert hat, muss bei fünfhundert Einheiten konsistent funktionieren.
Für die Panelisierung — das Gruppieren mehrerer Platinen auf einem PCB-Panel für effizientere Bestückung — wählen wir ein Format, das die Materialausnutzung und Gerätekompatibilität optimiert, mit minimalen Randverlusten. Die Schablone ist für die gegebene PCB-Revision vorbereitet und verifiziert.
Produktionsablauf
Der Produktionsablauf folgt derselben Reihenfolge wie beim Prototyp, jedoch mit Schwerpunkt auf Konsistenz zwischen den Einheiten. Der Schablonendrucker trägt die Paste gleichmäßig auf jedes Panel auf. Der Pick&Place-Automat läuft nach dem verifizierten Programm mit geprüften Feedern. Der Reflow-Ofen hält das definierte Profil ohne Abweichung. Jede Platine wird direkt nach dem Reflow unter dem Mikroskop visuell inspiziert, bevor sie zur PTH-Montage oder direkt zum Test weitergeht.
Im Prozess festgestellte Fehler werden aufgezeichnet und analysiert. Wenn ein bestimmter Fehler einen Trend zeigt — zum Beispiel, dass dasselbe Bauteil an derselben Position auf mehreren Platinen verschoben ist — ist das kein Zufall und wird nicht als Zufall behandelt. Wir stoppen, identifizieren die Ursache und korrigieren den Prozess vor der Fortsetzung. Eine Serie, die mit einer niedrigen Fehlerrate endet, ist kein Glück; es ist das Ergebnis eines kontrollierten Prozesses.
Programmierung und Test in der Serie
Jede Einheit aus einer Serie durchläuft die Programmierung nach definiertem Verfahren und den Funktionstest nach Testprotokoll. Keine Testschritte werden aufgrund von Termindruck übersprungen. Ein Gerät, das nicht alle Tests bestanden hat, ist kein fertiges Gerät — unabhängig davon, wie visuell makellos es erscheint. Testergebnisse werden nach Seriennummer oder LOT erfasst, was die Rückverfolgbarkeit ermöglicht, falls ein Problem später im Feld auftritt.
Komponenten- und Lagerverwaltung
Für Kunden, die mehrere Serien planen, lagern wir Bauteile zwischen den Bestellungen. Bauteile werden projektweise getrennt gelagert, unter für elektronische Bauteile geeigneten Bedingungen — kontrollierte Luftfeuchtigkeit für MSL-empfindliche Teile, antistatischer Schutz, klare Aufzeichnungen nach LOT und Eingangsdatum. Ein Kunde, der eine neue Serie bestellt, muss den gesamten Beschaffungszyklus nicht erneut für Bauteile durchlaufen, die bereits in unserem Lager liegen — was die Lieferzeit verkürzt und die Kosten senkt.
Lieferung
Fertige Geräte werden vereinbarungsgemäß verpackt geliefert — einzeln, in Sets, mit oder ohne Begleitdokumentation, je nach Kundenbedarf. Der Lieferung liegt ein Serienbericht bei: Gesamtanzahl der Einheiten, Anzahl der bestandenen Tests, Anzahl nachgearbeiteter Einheiten und alle relevanten Prozesshinweise. Transparenz gegenüber dem Kunden ist nicht nur Höflichkeit — es ist Teil dessen, was seriöse Elektronikfertigung bedeutet.